Falk Louis

Artikel:

Erschaffe eine unvollkommene Welt und verbessere sie 🪐

Du hast es wahrscheinlich nicht bemerkt, aber gestern hat sich ein mieser Elf nach Feierabend in dein Büro geschlichen und all deine Arbeit erledigt. Und zwar ganz mies. Der Bericht, an dem du gesessen hast, mit dem du aber nicht vorankamst? Erledigt! Mit ganz vielen Rechtschreibfehlern und schlechten Formulierungen.

Jetzt stehst du im Büro und regst dich über das kleine Fabelwesen auf. Dabei finde ich, du solltest dem Elfen dankbar sein.

🏜 Create an imperfect world and then improve it

Das Bild vom miesen Elfen stammt von John Swartzwelder, einem Skript‑Schreiber für die Simpsons. Er beschreibt in diesem Interview seine Kreativtechnik: Den ersten Entwurf seiner Skripte schreibt er so schnell es geht, mit schlechten Witzen und schlechten Dialogen. Auf diese Weise verwandelt er eine schwere Aufgabe in eine leichte Aufgabe.

Denn oft ist der erste Entwurf das, was uns eigentlich schwer fällt. Wenn die Rohfassung aber steht, geht es nur noch darum, sie zu überarbeiten. Und das wiederum ist nicht so schwer. Wir können diese erste Version immer weiter bearbeiten. Bis wir irgendwann das Gefühl haben, nichts mehr verbessern zu können.

Oder bis wir keine Zeit mehr haben. Das nennen wir dann „fertig“. Auf den Punkt bringt Swartzwelder diesen Prozess mit der Formulierung: „Create an imperfect world and then improve it.“

Faulheit bringt uns dazu, kreativ zu sein. Wenn wir wirklich faul sein wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als mit unseren Limitierungen zu arbeiten und geschickt aus wenig mehr zu machen.

Swartzwelders Kreativtechnik hat mir übrigens bei diesem Text geholfen: Den ersten Entwurf habe ich einfach runtergeschrieben, vollgepackt mit schlechten Formulierungen, Fehlern und Klischees. Dann habe ich den Text nach und nach verbessert, bis er zu dem wurde, den du jetzt gerade liest. Okay, ich gebe zu, dieser Satz hier... der ist unverändert geblieben.

Vielleicht möchtest du es ja mal selbst ausprobieren:

✍️ Ein Impuls für dich

Stecke dir bei einem deiner nächsten Projekte das Ziel, möglichst schnell eine miese Version zu erstellen, und verbessere sie dann, Stück für Stück.

Und wenn sich das nächste Mal ein mieser Elf in dein Büro schleicht, begrüße ihn freudig. Sag ihm: Sorry, schon alles erledigt. Und zwar so richtig mies.


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